Historie

Geschichtliche Entwicklung der Samariter-Organisationen in Europa

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Arbeiterolympiade in Frankfurt, 1925

Seit Beginn ihrer Arbeit im Jahre 1888 in Deutschland sind die Samariter auf europäischer Ebene tätig. Als erste Organisation außerhalb Deutschlands gründete sich am 28.06.1907 in Kopenhagen der „Samariter-Verein der Arbeiter“. Am 21. August 1932 entsteht daraus der „Arbejdernes-Samariter-Forbud (ASF) Dänemark“. Nach dem 2. Weltkrieg erweitert der ASF seine Aufgabe und wird ein Wohlfahrtsverband mit dem Namen „ASF-Dansk-Folkehjaelp“.

Entwicklung in Frankreich

Am 18. Juni 1921 schließen sich die früheren deutschen Kolonnen im Elsass, die nun zu Frankreich gehören, zusammen und gründen die „Federation des Sociétés Samaritaines Ouvriers de France“. 1945 entsteht daraus der „Service Sanitaire de France“. 1964 schließen sich die Samariter der seit 1892 bestehenden Organisation der französischen Samariter vom Weißen Kreuz an und nennen sich nun „Secouristes Francais – Croix Blanche“.

Internationale Arbeiterhilfe IAH

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Jugendzeltlager in Straßburg, 1961

1921 wird der deutsche ASB Mitglied der „Internationalen Arbeiterhilfe“ (IAH). Das IAH entsteht nach dem 2. Weltkrieg neu und gründet sich 1951 in der Schweiz als parteipolitisch neutrale Organisation. Der ASB Deutschland wird am 11. April 1964 wieder Mitglied. Das IAH besteht heute mit Sitz in Brüssel unter dem Namen „SOLIDAR“.

Gründung von Sanitätsorganisationen in Europa nach dem Beispiel des ASB

In den ersten Monaten des Jahres 1923 gründet sich in Basel der Arbeiter-Samariter-Bund, zunächst als Anschluss an den französischen ASB. Ab 1926 verbreitet sich der ASB über die gesamte Schweiz.

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Landesübung Hamburg 1955

Bei der 1. Internationalen Arbeiterolympiade vom 24. bis 28. Juli 1925 in Frankfurt leisten über 2000 Samariterinnen und Samariter Dienst. Dabei kommen die Sportler aus dem Ausland in Kontakt zur deutschen ASB-Bewegung. Die ausländischen Mitgliederverbände des „Internationalen Arbeiter-Verbandes für Sport und Körperkultur“, auch „Luzerner Sport-Internationale“ genannt, bereiten in ihren Ländern ASB-Gründungen vor. Der deutsche ASB ist Mitglied dieses Internationalen Sportverbandes, der sich 1928 in „Sozialistische Arbeiter-Sport-Internationale“ (SASI) umbenennt.

So erfolgt aus Anlass des österreichischen Arbeiter-Turn- und Sportfestes in Wien vom 4. bis 11. Juli 1926 die Einberufung einer ersten internationalen Konferenz aller Arbeiter-Samariter für den 7. Juli 1926. Zweck der Konferenz ist es, die Arbeiter-Samariter zu einem internationalen Bund zusammenzufassen und Richtlinien über die Verbreitung des internationalen Arbeiter-Samariter-Wesens zu schaffen. Als Ergebnis der Konferenz errichtet der deutsche ASB ein „Internationales Arbeiter-Samariter-Informationsbüro (IntASIb)“. Das Treffen in Wien ist auch Anlass für die Gründung des ASB-Österreich.

Der Kongress der „Luzerner Sportinternationale“ vom 4. bis 9. September 1927 in Helsingfors in Finnland beschließt in Anwesenheit der deutschen ASB-Vertretung, in allen Ländern eigene Sanitätsorganisationen nach dem Beispiel des ASB zu gründen.

Durch zahlreiche Kontakte der Turner und Sportler des Arbeiter-Turn- und Sportverbandes der Tschechoslowakischen Republik, der seinen Sitz in Aussig im Sudetenland hatte, mit deutschen ASB-Kolonnen, kam es auch auf dem Gebiet der Tschechoslowakischen Republik ab 1922 zur Gründung der ersten Samariter-Kolonnen, die als Samariter-Abteilungen im Arbeiter-Turn- und Sportverband der Tschechoslowakischen Republik mitarbeiteten.

Am 13. August 1931 wird in Stockholm der ASB-Schweden gegründet und am 3. April 1932 in Oslo der ASB Norwegen.

Zusammenschlüsse auf internationaler Ebene

Am 15. und 16. November 1953 treffen sich in Hamburg alle ASB-Vereinigungen Europas zu einer internationalen Konferenz. Als Ergebnis beschließen die ASB-Verbände aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Österreich, Schweden und der Schweiz die Gründung einer „Arbeiter-Samariter-Internationale (ASI)“. Die Jugendorganisationen schließen sich zu einer „Internationalen Jugendsamariter-Arbeitsgemeinschaft“ zusammen.

Eine weitere internationale ASB-Konferenz folgt am 3. Oktober 1954 in Basel, nachdem im Juli 1954 die ASI ihre Bewährungsprobe bei einer gemeinsamen Hilfsaktion bei einer Hochwasserkatastrophe in Österreich bestehen konnte.
Eine weitere gemeinsame Hilfsaktion findet beim Volksaufstand im Herbst 1956 in Ungarn statt.

Am 27. und 28. Juni 1957 treffen sich die in der ASI zusammengeschlossenen ASB-Organisationen erneut, um über die Einrichtung eines ASI-Sekretariats zu beschließen und die Anerkennung bei den Vereinten Nationen zu erreichen.
Internationale Treffen und gemeinsame Aktionen, insbesondere bei Katastropheneinsätzen der fachspezifischen Samariter-Organisationen kennzeichnen die europäische ASB-Arbeit, z. B. das Internationale Samariter-Treffen im November 1978 aus Anlass des 90-jährigen Bestehens des ASB und bei der 100-Jahr-Feier des ASB vom 16. bis 20. November 1988 in Berlin.

1994 schließen sich die Europäischen Samariter-Organisationen zu SAMARITAN INTERNATIONAL zusammen.

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